Benediktinerkloster Rasdorf: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 19. September 2026, 15:38 Uhr

Benediktinerkloster Rasdorf
Land Thüringen
Regierungsbezirk
Landkreis Wartburgkreis
Gemeinde Geisa
Anschrift
Telefon
Internet
Geogr. Länge 9°53'59.784 O 9.89994
Geogr. Breite 50°43'05.124 N 50.71809
Höhe üb. NN

Das Benediktinerkloster Rasdorf war ein Nebenkloster der Abtei Fulda. Es bestand seit dem ausgehenden 8. Jahrhundert, wurde 977 in ein Kollegiatstift umgewandelt und 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben.

Geschichte

Die Gründung wird auf das Jahr 781 gelegt, wenige Jahrzehnte nach der Gründung des Klosters Fulda selbst. Um 831 ließ Abt Hrabanus Maurus an die Stelle des ersten Baus eine steinerne Klosterkirche setzen. Sie wurde bei den Ungarneinfällen des 10. Jahrhunderts zerstört und wieder aufgebaut.

977 wandelte man das Kloster in ein Kollegiatstift um: An die Stelle der Mönche traten Kanoniker, die kein Ordensgelübde ablegten und in eigenen Häusern wohnten. In dieser Form bestand das Stift über acht Jahrhunderte, bis es 1803 mit dem Fürstbistum Fulda an Nassau-Oranien fiel und aufgelöst wurde. Die Stiftskirche wurde Pfarrkirche.

Stiftskirche

Der Vorgängerbau stürzte 1274 ein. Der heutige Bau entstand ab etwa 1275 bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts als dreischiffige Basilika in Kreuzform, mit fünfachtel geschlossenem Chor; der achteckige Vierungsturm mit dem spitzen Schieferhelm wurde 1349 vollendet. Ältere Teile wurden dabei weiterverwendet — die Säulen des Langhauses mit ihren figürlichen Kapitellen stammen mutmaßlich noch aus karolingischer Zeit und zählen zu den bedeutendsten Bildwerken des Fuldaer Landes.

Der Taufstein ist romanisch und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die beiden Seitenaltäre von 1668/69 kamen 1954 aus Fulda-Neuenberg hierher. Die Orgel baute 1767 Johann-Markus Oestreich für die Fuldaer Stadtpfarrkirche; 1837 wurde sie nach Rasdorf versetzt.

1998 zeigte sich akute Einsturzgefahr; die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte die Notsicherung.

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